Das ganze Dorf kommt zusammen

Unser Einsatz führte uns heute nach Cioropcani, einem Dorf mit rund 1.600 Einwohnern. Nach gut zwei Stunden Fahrt wurden wir von Jugendlichen sowie dem Pastorenehepaar Vasilij und Natalia Lototowitsch mit einem Weihnachtslied herzlich empfangen – ein richtig warmer, herzlicher Start in den Tag. Die Jugendlichen treffen sich regelmäßig in der Gemeinde, auch wenn nicht alle von ihnen Christen sind.
Am Nachmittag fand im Kulturhaus des Dorfes die erste große Veranstaltung statt. Das ganze Dorf und die umliegenden Orte waren durch Flyer und ein Banner eingeladen worden. Zusätzlich machten wir uns in vier Teams auf den Weg, um die Menschen persönlich von Haus zu Haus einzuladen. Begleitet wurden wir von Jugendlichen aus dem Ort, die uns halfen, die richtigen Wege und Menschen zu finden.

Viele Familien waren bereits informiert und freuten sich über unseren Besuch. Überall wurden wir freundlich empfangen – fast ein bisschen wie Sternsinger. Bei einigen Familien durften wir sogar Weihnachtslieder singen. Besonders berührend war die Begegnung mit einer kranken Frau: Wir nahmen uns Zeit für sie, hörten zu und beteten gemeinsam. Ein stiller Moment, der uns allen sehr naheging.

Ab 14:30 Uhr füllte sich das Kulturhaus schnell mit Kindern, Eltern und Großeltern. Am Ende kamen rund 400 Menschen – viele davon zum ersten Mal zu einer solchen Veranstaltung. Trotz zusätzlicher Stühle reichte der Platz kaum aus, einige mussten stehen.
Das Programm war abwechslungsreich und lebendig: Musik, Gesang und eine Predigt sorgten für eine offene und herzliche Atmosphäre. Besonders schön war zu sehen, wie viel Weihnachtsfreude die Kinder an diesem Tag erleben durften – leuchtende Augen, neugierige Gesichter und dieses besondere Staunen, das man nur sieht, wenn etwas wirklich neu und aufregend ist. Für viele von ihnen war es ein Nachmittag voller kleiner Wunder, an den sie sich bestimmt noch lange erinnern werden.

Nach der Veranstaltung bedankte sich der Bürgermeister offiziell bei allen Beteiligten. Anschließend verteilten wir Weihnachtspäckchen an die Kinder, was noch einmal für strahlende Gesichter sorgte. Auch einige eher ungewöhnliche Gäste waren anwesend, darunter Vertreter der Poliklinik und die Frau des orthodoxen Priesters.
Zum Abschluss saßen wir noch gemeinsam mit der Gemeinde zusammen, aßen miteinander und verabschiedeten uns mit einem Dankeslied. Müde, aber sehr glücklich, traten wir die Rückfahrt an – erfüllt von vielen Eindrücken, bewegenden Begegnungen und der tiefen Freude, Teil dieses besonderen Tages gewesen zu sein.

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