Päckchen verteilen, wo der Krieg zum Alltag geworden ist

Am Sonntag besuchten wir auf unserer Reise die Gemeinde „Botschaft der Hoffnung“ in Lwiw und haben dort an ihrem Abendmahlsgottesdienst teilgenommen.
Jürgen hat uns mit der Nordsee-Geschichte vor Augen geführt, dass Gott uns auch in schwierigen Situationen nicht allein lässt.

Zum Abschluss waren wir auf einem Soldatenfriedhof in Lwiw. Das Ausmaß des Friedhofs war überwältigend und viele Menschen waren dort unterwegs.

Es war leider schon zu dunkel, um den gesamten Platz zu sehen. Es ist ein großer „Vorzeigefriedhof“ und leider gibt es davon sehr viele.
Aktuell sind die Gräber noch individuell gestaltet, sollen aber später einheitlich mit einem Steinkreuz ausgestattet werden.

Während des Essens gab es dann auch noch Fliegeralarm für die ganze Ukraine, allerdings war da noch nicht bekannt, wohin die Flieger gehen. Beim Verlassen des Gebäudes hörten wir einen erneuten Alarm, aber Vadim erklärte uns, dass dies die Entwarnung ist.

Etwas beruhigt fuhren wir zu unserem nächsten Einsatzort für den gestrigen Tag.

Dieser befand sich in der Kleinstadt Korystowa, die ca. eine Stunde entfernt von Chmelnezkyj liegt. Dort ist Roman, der Leiter der Gruppe Kowtscheg, als zweiter Pastor tätig. So standen uns die Türen der Schule offen.

Während der Veranstaltung durften wir musikalische Beiträge des von Roman neugegründeten Jugendorchesters genießen. Roman lebt und liebt die Musik. Leider verstimmten sich die Instrumente wegen der Kälte in der Aula sehr schnell. Es war trotzdem ein Genuss für die Ohren. Schließlich kam ein kleines Mädchen mit Geige auf die Bühne, da sie uns gerne Jingle Bells vorspielen wollte. Die Geige war mit einer Lichterkette erleuchtet. Wir waren begeistert von ihrer Darbietung, da sie in so jungem Alter schon so ein Können zeigte.

Kirill spielte mit den Kindern noch ein paar aktive Spiele, damit sie sich austoben konnten. Sie hatten sehr viel Spaß dabei und die Sieger erhielten Süßigkeiten.

Der Krieg war aber auch hier wieder einmal spürbar: Durch den Beschuss in der Ukraine erlosch in diesem Moment das Licht.
Doch die Dunkelheit konnte die Freude nicht trüben. Im Gegenteil, die erwartungsgroßen Kinderaugen und die aufrichtige Freude strahlte umso heller!

Zum Ende der Veranstaltung kam dann noch das Highlight für die Kinder, die Verteilung der Geschenke. Wir konnten insgesamt 120 Kinder mit einem von euch gepackten Weihnachtsgeschenk glücklich nach Hause schicken.

Am Abend gingen wir durch den beleuchteten Park in die Innenstadt von Chmelnezkyj und sahen uns um. In der Fußgängerzone befindet sich die sogenannte „Meile der gefallenen Soldaten“. Von jedem der getöteten Soldaten hängt hier ein Bild. Hinter jedem der Fotos steckt eine Geschichte und eine trauernde Familie. Uns wurde erneut bewusst, wie viele Familien unsagbares Leid ertragen müssen, weil sie einen lieben Menschen verloren haben.
Wir werden in den nächsten Tagen noch vielen dieser Menschen begegnen. Durch das Evangelium dürfen wir ihnen den Trost und die Hoffnung in Christus verkünden.

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