Wie geht es den Missionaren in der Ukraine?

Die Herausforderungen des Krieges
Im Juni fuhren wir zu einer gemeinsamen Ermutigungsfreizeit in die Ukraine. Es ist uns ein wichtiges Anliegen geworden, den dort im Krieg tätigen Mitarbeitern mit ihren Familien etwas Erholung zu ermöglichen und sie durch Seminare, Gemeinschaft und Gebet zu ermutigen.
Einige Fragen beschäftigten mich dabei sehr:
Wie wird das Wiedersehen mit den Missionaren und Missionarinnen sein? Können sie sich in dieser schrecklichen Kriegssituation noch freuen? Werden sie über ihre Not sprechen wollen?

In Lemberg (Lviv) blieben wir eine Nacht im Missionshaus.
Es wird zurzeit ausgebaut. Dort berichtete man uns, dass einer der Bauarbeiter vor kurzem an der Kriegsfront gefallen ist. Ein junger Mann mit Familie.

Am nächsten Tag holte uns die Missionarin Olga mit ihren zwei Söhnen ab. Sie fuhr mit ihrem Auto voraus zum Freizeitgelände Richtung Karpaten.
Wir fragten uns, warum ihr Mann Igor nicht dabei ist?
Auf dem Parkplatz der Anlage erzählte sie uns bestürzt, dass Igor, als er am Morgen in einem Geschäft noch etwas erledigen wollte, vom Militär zur Musterung aufgegriffen wurde. Deshalb war er nicht da.
Vor uns stand eine junge Mutter mit ihren heranwachsenden Söhnen.

Sie versuchte tapfer, ihre Fassung zu wahren. Wir hörten nur zu und fanden kaum die richtigen Worte.
Schließlich gab es das erste herzliche Wiedersehen mit allen Teilnehmern der Freizeit auf der Terrasse bei wunderschönem Wetter.
Mir fiel auf, dass zwei der Mitarbeiter in militärischer Montur dabei waren, und dass eine Missionarin traurig an einem Tisch saß.
Sonst waren die ersten Begegnungen herzlich und fröhlich. Ich war erleichtert darüber und gleichzeitig erstaunt.

„Befiel dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen!“
Psalm 37,5

Diesen Vers schenkte mir der Herr für den ersten Abend – den Frauenabend. Gemeinsam hörten wir auf Gottes Wort und bei einem Austausch teilten einige Frauen ihre Not mit:
Da ist vor allem die Sorge um die Ehemänner und Söhne, die bereits an der Front sind.
Besonders fühle ich mit Inessa, die ihren ältesten Sohn dorthin loslassen musste.
Würde ich diese Angst und Sorge um das eigene Kind aushalten? Karina ist verstört, weil ihr Mann, wenn Gott es nicht verhindert, auch eingezogen wird. Sie wünscht sich das normale Leben zurück.
Doch es gibt auch dankbare Berichte von Frauen, die den Herrn im Alltag des Krieges erleben.
Sie erzählen von Gottes Bewahrung und Güte!

Nach dem Austausch beteten wir in Kleingruppen füreinander. Diese Gebetszeit veränderte die Herzen.
Aus Traurigkeit wurde Freude an der Gemeinschaft und aus Angst wurde Trost und Geborgenheit.
Die gemeinsame Freizeit verbrachten wir mit den Kindern im Schwimmbad oder bei Spaziergängen.
Ein Stück Erholung vor allem für die kriegsgeplagten ukrainischen Mitarbeiter.
Wir erlebten auch, dass Olgas Mann zurückkehrte. So wurden alle gestärkt für die kommende Zeit. Die meisten konnten hier das Leid ein Stück weit hinter sich lassen.

Dabei sind uns die lieben Geschwister in der Ukraine zum Vorbild geworden und ein Ansporn für sie zu beten.

Insa Kießling

Zeitschrift 2025 Nr.3

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