Liebe Leserin, lieber Leser
Die Weihnachtspäckli Aktion ist in vollem Gange und biegt zumindest hier in der Schweiz in die Zielgrade ein. Alle Geschenke müssen nach Sammelschluss von allen Sammelstellen zusammengeführt, palettiert und für den Transport in den Osten verladen werden. Etliche freiwillige Mitarbeiter und unser Team investieren viel Zeit um diese geballte Ladung Hoffnung und Freude nach Moldawien zu liefern.
Ab und zu werde ich gefragt, ob es nicht effizienter und kostengünstiger wäre, das für Päckli und Transport investierte Geld direkt im Land einzusetzen. Aus ökonomischer und ökologischer Sicht ist das absolut richtig und deshalb bieten wir diese Möglichkeit ja auch an. Gerade ins Kriegsgebiet der Ostukraine ist ein Transport gar nicht mehr möglich und da ist jeder Franken wichtig, mit welchem vor Ort Nahrungsmittel gekauft werden können.
In einem Päckli aus der Schweiz ist aber noch etwas ganz anderes drin, welches bei der ökonomischen Variante zu einem gewissen Teil verloren geht: Das persönliche Geschenk, die Person die an den Empfänger (wenn auch unbekannt) gedacht hat, als er/sie das Päckli gepackt hat. Ein mit Liebe gepacktes Geschenk bringt auch diese Liebe zum Empfänger.
Dazu eine Geschichte, welche sich vor einigen Jahren ereignet hat:
Es geschah während der Weihnachtspäckli Abgabezeit, als eine junge Frau freudestrahlend ein Päckli abgeben möchte. Im Gespräch mit ihr beginnt sie zu erzählen, wie sie mit wenig und nichts in der Ukraine aufgewachsen sei und als Kind ein sehr schweres Leben hatte. Doch sie verriet auch, dass auch sie jeweils zu Weihnachten ein solches Paket erhalten habe. Auf die Frage, was dieses Päckli in ihr ausgelöst hat versicherte sie: „Dieses Paket hat mich von Winter zu Winter getragen, hat mir Hoffnung auf ein besseres Leben gegeben und eine Perspektive für meine Zukunft in meinem Herzen geweckt“
Genau das und noch mehr bewirken diese Geschenke. Jedes Weihnachtspäckli ist eine Perle von ganz grossem Wert, welchen wir meistens nicht vollumfänglich kennen. Die Frau ist eine von vielen jungen Menschen, welche Hoffnung erhalten hat und diese Hilfe auch in ihrem Leben erfahren durfte.
Vielen Dank Ihnen für jeden Beitrag zur Hilfe und viel Freude an den spannenden Berichten in dieser Ausgabe.
Stefan Trüssel
Ehrenamtliches Vorstandsmitglied