Überschwemmungen mitten im Krieg

Wie wir bereits helfen konnten
2500 km² wurden im Gebiet Cherson überschwemmt, sämtliche Brunnen in der Region verseucht, tausende Häuser unbewohnbar gemacht und zahlreiche Weizen-, Mais und Sonnenblumenfelder sowie Gemüsegärten zerstört – das ist nur ein Teil der bisherigen Bilanz der Flutkatastrophe, die durch die Zerstörung des Staudamms verursacht wurde.

Ein kleines Team von HTO, das Anfang Juni startete, um den Menschen in der Region Cherson zu helfen, war von den katastrophalen Zuständen, die sie vorfanden, schockiert. Schon zwei Wochen darauf folgte deshalb ein weiteres Team.

Unsere Mitarbeiterin Lena berichtet:
Am 21. Juni machte sich ein zweites Team aus Lemberg auf den Weg ins Krisengebiet, um der notleidenden Bevölkerung dort mit 103 Bettwäschesets, 100 Päckchen Waschpulver, 200 Liter Bleichmittel, 550 Kilo Milchprodukte, einer Tonne Kleidung, 160 Malbibeln inkl. Stifte, 100 Neuen Testamenten sowie Trinkwasser und Lebensmittelpaketen zu helfen. Insgesamt konnte allein bei dieser Aktion etwa 800 Menschen in sechs Dörfern geholfen werden.

Bei Ankunft im Katastrophengebiet bot sich uns ein schreckliches Bild: Alles war grau und verschlammt, in etlichen der tiefer gelegenen Häuser stand das Wasser noch und es roch fürchterlich nach verfaultem Fisch. Die Flut kam so plötzlich, dass die meisten Menschen praktisch keine Zeit mehr hatten, ihre Habseligkeiten zu retten. Innerhalb weniger Stunden verloren sie alles: Die Häuser mitsamt Möbeln, Haushaltsgeräten und anderen Dingen wurden überschwemmt und befanden sich bis zu sechs Tagen unter Wasser.

Notleidende Bevölkerung sehr dankbar für die Hilfe
Überall warteten die Menschen bereits auf uns. Wir verteilten die Hilfsgüter und hatten anschließend die Möglichkeit, mit den Einwohnern zu sprechen, was diese trotz Temperaturen von 40 Grad gerne nutzten.
Alle waren unglaublich dankbar und verwundert, dass wir extra für sie soweit gefahren waren. Eine ältere Frau brach vor lauter Dankbarkeit in Tränen aus. Eine andere ältere Frau sagte uns, sie sei Gott sehr dankbar, dass er die Hitze schenke, weil so alles viel schneller trocknen könne. Ich war tief beeindruckt von dem Glauben dieser Frau und ihrer Fähigkeit, selbst in solch einer Situation noch etwas Positives zu finden. Wir beteten zusammen und viele Menschen weinten. So sehr freuten sie sich u.a. über die Bettwäsche, da sie in der Flut alles verloren hatten.
Ein kleines Mädchen war besonders glücklich, da auch ihr Kissen untergegangen war und sie in den letzten Wochen auf einem Kuscheltier schlafen musste.
Wir lernten auch eine gläubige Familie kennen, die regelmäßig einen Hauskreis organisiert. Wir freuten uns sehr, dass es an diesem Ort des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit Menschen gibt, die das Licht Gottes an andere weitergeben möchten.
Auch ihr Haus wurde mit fast allen Habseligkeiten überflutet, doch sie sind voller Hoffnung und Zuversicht, alles reparieren zu können.

Danke allen, die durch Gebet und Spenden geholfen haben
Man kann Häuser und ganze Dörfer zerstören, doch nicht den Glauben und die Hoffnung der Menschen, dass Gott ihnen hilft und alles gut wird.
Das habe ich auf der Reise mit eigenen Augen gesehen.
Gerade in diesen schwierigen Zeiten, die unser Land momentan erlebt, sind wir als Christen vereint und können so noch mehr helfen.
Vielen Dank an alle, die uns dabei unterstützen!
Es gibt noch viel Arbeit, aber gemeinsam können wir es schaffen.

Zeitschrift 2023 Nr.3

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