„Weihnachtsbotschaft für jedes Haus“

Bereits im letzten Jahr wurden in Transnistrien (Moldawien) einige Weihnachtsgeschenke gepackt. Die Mitglieder einiger Gemeinden haben dann ihre Nachbarn mit den Geschenken besucht und ihnen die Weihnachtsgeschichte erzählt.
Dieses Jahr wollten wir – nach der großen positiven Rückmeldung – das Projekt ausweiten.

So konnten durch Spenden zum Beispiel in der Ostukraine einige Geschenke mit Lebensmitteln, Süßigkeiten und Kalendern gepackt werden. Mitarbeiter und Freiwillige haben in den letzten Tagen und Wochen diese Geschenke nun an Familien verteilt und uns davon berichtet.

Wir möchten euch an einigen der Erlebnisse teilhaben lassen:

„Wir waren zu Besuch bei der Familie Adamchuk in der ostukrainischen Stadt Ukrainsk. Die Stadt ist am Rand des Konfliktgebiets und wird von der Ukraine kontrolliert.
Die Familie ist sehr freundlich und arbeitet unermüdlich. Die Mutter kümmert sich um die Kinder und der Vater ist Schlosser in der Mine. Das Gehalt in der Mine wird jedoch sehr spät und nur in kleinen Teilen ausbezahlt. Manchmal gibt es auch monatelang kein Geld.
Wir erzählten dieser Familie viel über die Liebe Gottes und glauben, dass es sie berührt hat.

Zum Zeitpunkt des Fotos hatte Maksim bereits die Tüte voller Freude aufgerissen, die Süßigkeiten aufgeteilt und ungeduldig darauf gewartet, dass sein Vater nach Hause kommt und ihm die Dosen mit Erbsen und Mais öffnet.
Sie waren sehr dankbar für die Geschenke, besonders die jüngeren Kinder waren sehr glücklich.“

Es war das gepackte Geschenk, das dazu führte, diese außergewöhnliche Frau zu besuchen.
Obwohl Fenya 80 Jahre alt ist, ist sie immer noch eine sehr energiegeladene Frau. Nur ihre Beine haben keine Kraft mehr. Sie ist sehr kontaktfreudig und ihre Nachbarn helfen ihr sehr. Sie mussten ihren Sohn vor langer Zeit begraben und ihre beiden geliebten Enkelinnen sind vor sechs Jahren aus dem umkämpften Gebiet geflohen. Nun leben sie weit weg. Ihr bleiben nur die Erinnerungen und von Zeit zu Zeit auch Anrufe.

Die Erinnerungen teilte sie uns mit. Und es stellte sich heraus, dass alle ihre Verwandten gläubige Menschen sind. Sie selbst schloss im Alter von 19 Jahren einen Bund mit dem Herrn. Doch dann schlug sie eine andere Richtung ein und trennte sich viele Jahre vom Glauben. Nachdem wir uns getroffen hatten, weinte sie und bat Gott um Vergebung. Als sie uns zur Tür begleitete, umarmte sie uns und weinte erneut und sagte: „Jetzt habe ich keine Angst zu sterben, und ich weiß mit Sicherheit, dass die Kinder Gottes mich begraben werden.“

Vitali und Olga haben drei Kinder. Als wir sie besuchten war Olga mit dem vierten Kind hochschwanger. Auch diese Familie hat es nicht einfach. Vitali versucht mit allen Kräften Geld zu verdienen, aber er bekommt nur unregelmäßig Arbeit.

Die Familie war sehr dankbar und bewegt durch unseren Besuch. Die Hoffnung in diesem Haus war deutlich zu spüren.

Die Familie freute sich sehr über die Geschenke und in ihren strahlenden Augen stand die Frage: „Gibt es wirklich jemanden, der sich für uns interessiert?“

„Ich habe heute überlegt, wem ich noch eines dieser Geschenke bringen soll. Da rief mich Alena (eine Mutter von zwei jungen Kindern) an.
Sie erzählte mir, dass sie selbst, ihre Tochter und ihr Ehemann alle sehr krank sind.
Alenas Familie befindet sich bereits in einer schwierigen Situation, denn ihr Ehemann führt einen unmoralischen Lebensstil und saß deswegen auch im Gefängnis. Im Moment ist ihre finanzielle Situation sehr schwierig.
Ihr Sohn kam oft zu unserer Sonntagsschule, doch momentan geht das durch Corona nicht. Alena freute sich sehr über das Geschenk und den Kalender. Wir hatten auch die Möglichkeit, Medikamente für sie zu kaufen und zusammen mit ihnen zu beten“

Die Familie von Sergei und Ludmila kenne ich seit über 20 Jahren. Beide wurden in orthodoxen Familien geboren, waren aber nie wirklich gläubig.
Sergei, ein ehemaliger Bergmann, ist ein sehr talentierter und intelligenter Mensch, der einst den lokalen Fernsehsender in seiner Stadt gründete.

Aber leider geriet er durch seinen Lebensstil oft in Schwierigkeiten. Und so vergingen die Jahre. Ihre Tochter Natasha war viele Jahre meine Angestellte. Sie interessierte sich oft für den Glauben, traute sich aber nicht, in die Gemeinde zu kommen.

Und jetzt ist eine Pandemie gekommen und man kann nicht in die Kirche gehen. So haben wir eine Online-Bibellesegruppe gegründet und Natasha hat sich uns gerne angeschlossen! Natasha versprach Gott, dass sie definitiv in die Gemeinde kommen würde, wenn es wieder geht.

Wir erfuhren, dass ihr Vater Sergej seit März 2019 krank ist (Lungenkrebs). Im Juni 2020 stürzte er, brach sich den Oberschenkelhals und läuft seit sechs Monaten auf Krücken. Eine Krankheit nach der anderen verschlechterte seine Gesundheit und seine Hoffnung auf Genesung. Er braucht nun ständig Hilfe von anderen. Seiner Frau Ludmila fällt es sehr schwer, sich um ihn zu kümmern, denn beide sind im Rentenalter. Sie erhalten eine Mindestrente und alle Mittel werden für die medizinische Behandlung ausgegeben.

Wir wollten die Beiden schon lange besuchen, aber Natasha sagte, dass ihre Mutter unerwartete Besuche nicht mag. Nachdem wir vom Herrn die Gelegenheit erhalten hatten, Familien mit Geschenken zu besuchen, hatten wir den Mut, auch zu dieser Familie zu gehen. Natasha war sehr besorgt über diesen Besuch und dachte, dass ihre Mama uns an der Tür stehen lassen würde.

Wir beteten in der Gemeinde und gingen hin. Sie empfingen uns sehr freundlich und hörten uns geduldig zu, als wir ihnen die Weihnachtsgeschichte und von der Liebe Gottes erzählten. Früher hat Sergej die Existenz Gottes geleugnet, aber jetzt betete er und bedankte sich, dass Gott sein Leben noch verlängert hat! Und so beteten beide gemeinsam mit uns.

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